Literarische Museen auf Mallorca

Kulturzentrum
„La Misericòrdia“

Das Gebäude, das heute den kulturellen Sitz des mallorquinischen Inselrats beherbergt, war in seinen Anfängen die „Casa de la Misericòrdia“, also das “Haus der Barmherzigkeit, eine vom Jesuitenorden 1565 gegründete Institution. Bis ins 19. Jahrhundert wurde es mehrmals, an- und umgebaut. Der soziale Zweck dieses Gebäudes, in dem Waisenkinder und Bedürftige versorgt wurden, blieb bis 1977 erhalten. Danach bezog zunächst das Konservatorium für Musik und später der mallorquinische Inselrat die Innenräume.

Das Kulturzentrum “La Misericòrdia” ist heute ein bunt gemischtes Zentrum, in dem Büros und Ausstellungsräume nebeneinander liegen. Besonders erwähnenswert sind die Kapelle (La Capella), die als Ausstellungsraum zeitgenössischer Kunst dient, das ASIM (das mallorquinische Klang- und Bildarchiv) sowie die historische Bibliothek Lluís Alemany und die Bibliothek für Handwerkskunst mit einem umfangreichen Katalog und verschiedenen Angeboten für die Öffentlichkeit. Die Grünflächen rund um das Gebäude – angelegt im Stile eines botanischen Gartens zu Beginn des 19. Jahrhunderts – dienen nicht nur als attraktive Naherholungszone, sondern werden auch für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt.

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Via Roma, 1
07012 Palma
+ 34 971 21 95 00
www.conselldemallorca.net/cultura
Biblioteca de Cultura Artesana
+ 34 971 21 95 36    

Arxiu del So i la Imatge de Mallorca
+ 34 971 21 95 60

Biblioteca Lluís Alemany
+ 34 971 22 92 40

Can Alcover –
Espai de cultura

Das Zentrum Can Alcover ist Eigentum und Sitz der Kulturstiftung der Balearen „Obra Cultural Balear“. Es handelt sich um eine Schenkung der Erben des Dichters Joan Alcover (1854-1926), einem der bedeutendsten mallorquinischen Dichter zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der hier wohnte. Deshalb dient ein Teil des Hauses als Museum zu diesem Autor.

Zur Jahrhundertwende war dieses Haus ein wichtiges Zentrum für die Literatur. Die sonntäglichen Geprächszirkel, die Joan Alcover hier zwischen 1895 und 1920 organisierte, führten Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle unterschiedlicher Generationen, Ideologien und Disziplinen zusammen. Hier wurde die beste mallorquinische Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschmiedet und durch Persönlichkeiten wie Josep Carner oder Santiago Russinyol wurden von hier aus Brücken nach Katalonien geschlagen.

Das Kulturzentrum „Can Alcover – Espai de Cultura“ wurde 2008 eingeweiht. Es stehen mehrere Veranstaltungsräume zur Verfügung. Eine Cafeteria und der Garten bieten dem Besucher einen erholsamen Ort für eine ruhige Pause mitten in der Hektik der historischen Altstadt.

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Carrer de Sant Alonso, 24
07001 Palma
Tel. + 34 971 729 446
www.canalcover.cat

Das Haus von
Robert Graves.
Ca n’Alluny

Der Dichter und Schriftsteller Robert Graves (1895-1985) kam 1929 nach Deià, ließ 1932 dieses Haus bauen und nannte es Ca n’Alluny. Von Mallorca aus unterhielt er Kontakt zur englischsprachigen Intellektuellen- und Künstlerszene. So kam es, dass viele der großen Künstler dieser Zeit nach Deià gereist sind, um Graves dort zu besuchen. Auf diese Weise erhielt dieser kleine Ort, der schon einmal Jahrzehnte zuvor wichtige Maler und Reisende angezogen hatte, erneut große internationale Aufmerksamkeit. Heute beherbergt Ca n’Alluny den Sitz der Robert-Graves-Stiftung, die von der Balearen-Regierung, der Gemeinde Deià und der Familie des Schriftstellers getragen wird und seit 2006 dem allgemeinen Publikum zugänglich ist.

Die Gärten des Hauses sind praktisch vollständig so erhalten, wie sie der Autor angelegt hatte. Das ermöglicht es dem Besucher, sich in die Umgebung des kreativen Schaffens von Graves hineinzuversetzen. Nur einzelne Stellen wurden dem neuen Zweck des Hauses angepasst, um Informationen über das Leben und das Werk des Autoren zu vermitteln. Ein Informationsvideo vervollständigt diese Information. Der Garten, voller Zitronen-, Oliven- und anderer Bäume und heimischer Gewächse, ermöglicht den Besuchern einen ruhigen Aufenthalt voller Natur und dichterischem Geist.

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Carretera Deià a Sóller s/n.
07179 Deià
Tel. + 34 971 636 185
www.lacasaderobertgraves.org

Haus von Llorenç Villalonga. Literarisches Museum

Llorenç Villalonga (1897-1980) gilt als einer der bedeutendsten Romanautoren der katalanischen Literatur. Sein bekanntestes Werk heißt Bearn o la sala de les nines (Das Puppenkabinett des Senyor Bearn), spielt im Mallorca des 19. Jahrhunderts und reflektiert den Werteverlust einer sich im Umbruch befindenden Gesellschaft.
Das Literarische Museum im Haus von Llorenç Villalonga befindet sich in Can Sabater, einem beeindruckenden Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, das dem Autor als Zweitwohnsitz diente. Das zweistöckige Gebäude mit wunderschönem mediterranen Garten ist Eigentum des mallorquinischen Inselrats. Es gehört zu einem Netzwerk verschiedener literarischer Museen, die von der Stiftung Fundació Casa Museu verwaltet werden. Das Zentrum beherbergt das umfangreiche Archiv des Autors, das Interessenten in einem Bibliotheks- und Nachschlageraum im oberen Stockwerk offensteht. Es handelt sich um ein dynamisch gestaltetes Museum, das dem Besucher die Person und das Werk Villalongas nahebringen will und dafür lauter Gegenstände ausstellt, die es ihm ermöglichen, in die literarische Welt des Schriftstellers einzutauchen. Während Can Sabater Raum für Raum durchläuft trifft man auf unzählige architektonische, ethnografische und literarische Schätze. Als Veranstaltungszentrum finden hier regelmäßig Vorstellungen, Lesungen und Führungen statt. In den Sommermonaten wird unter dem Motto “La lluna en vers” (Der Mond in Versen) ein Zyklus von Veranstaltungen im Garten des Hauses angeboten.

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c/ Bonaire, 25
07350 Binissalem
Tel. + 34 971 88 60 14
www.fundaciocasamuseu.cat

Can Llobera

Das Kulturzentrum Can Llobera beherbergt verschiedene Einrichtungen Pollenças: die Stadtbibliothek, das historische Archiv … und außerdem das Museumshaus Can Llobera. Dabei handelt es sich um ein Herrenhaus, wie es für eine angesehene Familie in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts typisch war. In dem von der Stadt Pollença und dem mallorquinischen Inselrat gemeinsam restaurierten Gebäude sind die historischen architektonischen Elemente ebenso erhalten wie die typischen Merkmale eines alten Herrenhauses: die Fassade, der Eingang, die Küche, die Apotheke, die stattliche Treppe, der Speisesaal im Hochparterre und das Mobiliar mit Originalverzierungen. Can Llobera beherbergt auch das Stadtarchiv von Pollença, in dem einige der wichtigsten Stücke der Insel aufbewahrt werden. Hervorzuheben seien hier die Archive des Templerordens und des Souveränen Malteserordens.
Can Llobera gehörte der Familie Llobera de Gotmar, die den Sitz mehrere Male restaurierte und ihn mit Möbeln und importierten Luxusobjekten aus Paris, Barcelona oder Palma bestückte. Es war der Wohnsitz von Miquel Llobera, Humanist und Intellektueller, und im Kindesalter auch das Haus von dessen Neffen Miquel Costa i Llobera, der von seinem Onkel klassische Bildung erhalten sollte, die ihm später bei seiner Schriftstellerkarriere beeinflussen sollte.
Miquel Costa i Llobera, wichtiger Vertreter der Dichtkunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist eng mit der Landschaft rund um Pollença verknüpft, vor allem durch das Gedicht “El pi de Formentor” (Die Kiefer von Formentor). Pollença ist auch der Sitz der Stiftung Rotger Villalonga. Die Stiftung ist auf das Leben und Wirken von Miquel Costa i Llobera spezialisiert, verwaltet den Lehrstuhl, die seinen Namen trägt, und organisiert verschiedene Veranstaltungen. Jedes Jahr im Okober – seit 1934 – veranstaltet die Stiftung eine Ehrung in Cala Murta, Formentor.

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Plaça Vella, 7
07460 Pollença
Tel. + 34 971 530 108
www.ajpollenca.net

Zentrum für Zeitgenössische Dichtkunst Blai Bonet

Das Zentrum für Zeitgenössische Dichtkunst Blai Bonet ist ein Ausstellungs-, Archiv- und Bibliotheksraum, der geschaffen wurde, um das Leben und Werken einer Persönlichkeit bekannt zu machen, die zu den wichtigsten Stimmen der mallorquinischen Literatur und Kultur gehört: der Stimme des Dichters Blai Bonet (1926-1997). Der Dichter und Romanautor Bonet ist fester Bestandteil der katalanischen Literatur. Über seine Person erfahren wir viel über die Wiederaufnahme der literarischen Produktion auf Mallorca nach dem Bürgerkrieg. Und auch über neue künstlerische Wege und die Erneuerung verschiedener Genres.

Das Zentrum für Zeitgenössische Dichtkunst Blai Bonet wird von der Stiftung Casa Museu des mallorquinischen Inselrats verwaltet und von der Gemeinde Santanyí und den Erben des Schriftstellers unterstützt. Die Erben haben den Nachlass des Dichters zur Verfügung gestellt, damit er katalogisiert, archiviert und eingesehen werden kann. Als lebendiges Zentrum finden hier regelmäßig Veranstaltungen, Lesungen und literarische Führungen statt. In den Sommermonaten lädt das Zentrum unter dem Motto „La lluna en vers“ (Der Mond in Versen) zu einem Veranstaltungszyklus im Freien an. Das Zentrum ist zudem der vorläufige Sitz des künftigen Museums Casa Museo Blai Bonet, das der mallorquinische Inselrat im ehemaligen Wohnhaus des Schriftstellers (Calle de Palma 74, Santanyí) einrichten will.

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c/ Bisbe Verger, s/n
07650 Santanyí
Tel. + 34 971 16 31 04
www.fundaciocasamuseu.cat

Öffentliche Einrichtung Antoni M. Alcover

Antoni M. Alcover (1862-1932) war für die Kultur auf Mallorca von grundlegender Bedeutung. Der Linguist und Volkskundler begann mit der Erarbeitung des Diccionari Català-Valencià-Balear, des katalanischen Wörterbuchs, das die verschiedenen regionalen Unterschiede der Sprache ausweist. Außerdem sammelte und veröffentlichte er die traditionellen Überlieferungen des Volksmunds auf Mallorca, den rondalles. Im Jahr 1999 hat die Stadt Manacor die Öffentliche Einrichtung Antoni M. Alcover mit dem Ziel gegründet, diesen wichtigen Schriftsteller zu ehren und sein Andenken zu bewahren. Die Einrichtung betreut einerseits einen wissenschaftlichen Zweig, der das Studium des Philologen und seines Werks fördert. In diesem Sinne veröffentlicht sie regelmäßig den Rundbrief Bolletí de la Institució Pública Antoni M. Alcover und schreibt unter dem Namen des Linguisten den Essay-Preis der Stadt Manacor aus. Gleichzeitig verbreitet die Einrichtung das Wissen über das Leben und Werk Alcovers, vor allem durch Museumsräume und ein umfrangreiches Kulturprogramm.
Der Sitz der Öffentlichen Einrichtung Antoni M. Alcover befindet sich in einem prachtvollen Haus aus dem 19. Jahrhundert, Can Socorrat, in der historischen Altstadt von Manacor. Das Haus ist ein typisches Beispiel für ein Herrenhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit breiter Fassade und drei Stockwerken. Eine der wichtigsten Elemente dieses Hauses ist das Tapetenzimmer mit zwei großen Fensterfronten im ersten Obergeschoss. Die Wandtapeten sind mit Blumenmotiven und Borten verziert. Die Angehörigen der Familie Bonet, letzte Eigentümer des Hauses, nannten den Raum „Saal Romanones“, weil sie eben dort den Grafen Álvaro Figueroa y Torres bei einem Besuch empfangen hatten.

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C/ Pare Andreu Fernández, 12
07500 Manacor
Tel. + 34 662 320 444
www.institucioalcover.org

Haus Pare Ginard. Museum des Wortes

Das Museum „Wohnhaus Pare Ginard – Museum des Wortes“ im Dorf Sant Joan widmet sich der mündlichen Überlieferung Mallorcas. Als Eigentum des mallorquinischen Inselrats gehört es zum Netzwerk der literarischen Museen, die von der Stiftung Fundació Casa Museu verwaltet werden. Das Zentrum befindet sich in dem altadligen Haus von Rafel Ginard (1899-1976), einem Volkskundler, der mit seiner Sammlung des mündlich überlieferten Kulturguts der Insel einen großen Dienst erwiesen hat.
Das Museum lädt den Besucher ein zu einer Zeitreise in das Mallorca von damals, um dessen Kultur, Bräuche und Traditionen zu entdecken. Dazu benutzt es eine Reihe von Texten und alten Fotos, die aus verschiedenen Privatsammlungen aus dem Dorf Sant Joan stammen. Neben den Museumsräumen befindet sich in der Casa Pare Ginard auch das Mündliche Archiv Mallorcas (Arxiu Oral de Mallorca), ein Projekt, das die Sammlungen verschiedener mündlicher Quellen archiviert: Tonaufnahmen, Bücher und verschiedene andere Quellen. Es ist ein wichtiges Projekt, um die Sammelarbeit des Autors bekannt zu machen und weiterzuführen.
Als Veranstaltungszentrum finden hier regelmäßig Aufführungen, Lesungen und literarische Führungen statt. In den Sommermonaten organisiert das Museum einen Veranstaltungszyklus unter freiem Himmel, der unter dem Motto „La lluna en vers“ (Der Mond in Versen) an verschiedenen Schauplätzen im Dorf durchgeführt wird.

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c/ Socies, 7
07420 Sant Joan
Tel. + 34 971 52 66 72
www.fundaciocasamuseu.cat